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Apollo 13 - Der "geglückte" Fehlschlag
Probleme schon vor dem Start
Am 11.April 1970 um 13:13 Uhr startete Apollo 13 von Cape Kennedy. Der Start erfolgte planmäßig, bis eines der fünf Triebwerke der ersten Stufe der Saturn V zu früh abschaltete. Houston entschied, die verbliebenen vier Triebwerke 31 Sekunden länger brennen zu lassen, um die vorgesehene Umlaufbahn zu erreichen. Eine verhängnisvolle KettenreaktionDann, nach einer Flugzeit von 55h 46min, 333 000 km von der Erde entfernt, passierte es: Durch eine nicht vorhandene Isolierung versursachte ein Funke eine Explosion einer der beiden Sauerstofftanks des Servicemoduls. Die Explosion riss die halbe Verkleidung und einige Leitungen des Moduls heraus. Die Astronauten vernahmen den Knall und Swigert meldete verwirrt: He, wir haben hier ein Problem. Der ausgefallene Mainbus B ist einer der Hauptversorgungsanschlüsse des Kommandomoduls und damit auch der Lebensversorgung. Kurz darauf fielen ebenso zwei der drei Brennstoffzellen aus, die Apollo 13 mit Strom und Wasser versorgten. Die Sauerstoffversorgung wurde auch schwächer. Die Landefähre wird zum RettungsbootHouston suchte fieberhaft nach einer Lösung aus diesem Fall und entschied dann, daß Apollo 13 die Spannungshauptversorgung abschalten sollte, um weitere Explosionen abzuwenden, den Weg zum Mond aber weiter fortsetzen sollte, da ein sofortiges Zurückkehren zur Erde zu energieintensiv und riskant war. An eine Mondlandung war nun natürlich nicht mehr zu denken. Houston entschied, daß zwei der drei Astronauten in die Mondlandefähre überwechseln sollen, da es dort den dringend benötgten Sauerstoff gab, der eigentlich für die Mondlandung vorgesehen war. Die Besatzung aktivierte daraufhin die Landefähre in Rekordzeit. Das CO2-ProblemAber es ergab sich schon das nächste Problem. Das giftige Kohlendioxid, das die Astronauten ausatmeten, wurde nicht mehr abgesaugt. Die Kohlendioxid-Filter waren überlastet. Nach einiger Zeit würden Lovell, Swigert und Haise ersticken. Houston bastelte am Boden eine Lösung, wie man den Anschluß des Landemoduls zur Absaugung an den Anschluss des Lithiumhydroxidkanister im Kommandomodul koppeln konnte, und das mit den in Apollo 13 vorhandenen Bordmitteln. Houston gab dann die 'Bauanleitung' an Apollo 13 über Funk durch. Die Astronauten bauten den Schlauch nach, schlossen ihn an und hatten Erfolg! Das CO2 wurde wieder abgesaugt. Zwar waren alle Apolloflüge bisher so ausgelegt, daß sie sich nach dem Start auf einer freien Rückkehrbahn befinden. Das heißt, wenn sie keine weiteren Kursmanöver unternehmen, kommen sie, nach einer halben Mondumkreisung wieder zurück zur Erde. Doch ausgerechnet bei Apollo 13 wurde wegen des Landegebiets keine freie Freiflugbahn eingeschlagen. Apollo 13 hatte vor der Explosion aber schon genau diese Kursänderung planmäßig vollzogen, um vom Mond eingefangen zu werden. Diese mußte nun mittels sogenannter PC+2 Zündung rückgängig gemacht werden. Das Problem war nun, daß man sich nicht sicher war, ob bei der Zündung des Triebwerks des Kommandomoduls nicht noch mehr kaputtging. Man entschied sich, das Abstiegstriebwerk des Landemoduls für die Kursänderung zu benutzen. Obwohl nicht dafür konstruiert, zündete das Landetriebwerk planmäßig und brachte das Raumschiff wieder auf eine freie Rückkehrbahn.
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