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Apollo 13 - Der "geglückte" Fehlschlag

Kommandant:
James A. Lovell

Pilot:
Jack L. Swigert

Pilot der Landefähre:
Fred W. Haise

Missionskosten:
375 Millionen Dollar

Start:
11.04.1970

Dauer:
5 Tage 22 h 54 min 41 s

Name des Landemoduls:
Aquarius

Name des Kommandomoduls:
Odyssey

Probleme schon vor dem Start

Vor dem Start gab es schon Probleme mit Kommandokapselpilot Thomas Mattingly. Der Flugarzt verordnete ihm Startverbot, da er Gefahr lief, während der Mission die Röteln zu bekommen, die er sich von Charles Duke holte. Deshalb ging Apollo 13 mit Ersatzmann Jack Swigert auf die Reise. Tom Mattingly bekam schließlich bei Apollo 16 seine Chance.

Am 11.April 1970 um 13:13 Uhr startete Apollo 13 von Cape Kennedy. Der Start erfolgte planmäßig, bis eines der fünf Triebwerke der ersten Stufe der Saturn V zu früh abschaltete. Houston entschied, die verbliebenen vier Triebwerke 31 Sekunden länger brennen zu lassen, um die vorgesehene Umlaufbahn zu erreichen.

Eine verhängnisvolle Kettenreaktion

Dann, nach einer Flugzeit von 55h 46min, 333 000 km von der Erde entfernt, passierte es:  Durch eine nicht vorhandene Isolierung versursachte ein Funke eine Explosion einer der beiden Sauerstofftanks des Servicemoduls. Die Explosion riss die halbe Verkleidung und einige Leitungen des Moduls heraus. Die Astronauten vernahmen den Knall und Swigert meldete verwirrt: He, wir haben hier ein Problem.
Darauf Houston: Sag das noch mal!
Lovell: Houston, wir haben ein Problem! Wir hatten einen Mainbus B undervolt.

Der ausgefallene Mainbus B ist einer der Hauptversorgungsanschlüsse des Kommandomoduls und damit auch der Lebensversorgung. Kurz darauf fielen ebenso zwei der drei Brennstoffzellen aus, die Apollo 13 mit Strom und Wasser versorgten. Die Sauerstoffversorgung wurde auch schwächer.
Das ganze passierte noch während des Hinfluges zum Mond. Die Mission war nicht nur gefährdet, sie war kurz vor einer Katastrophe!

Die Landefähre wird zum Rettungsboot

Houston suchte fieberhaft nach einer Lösung aus diesem Fall und entschied dann, daß Apollo 13 die Spannungshauptversorgung abschalten sollte, um weitere Explosionen abzuwenden, den Weg zum Mond aber weiter fortsetzen sollte, da ein sofortiges Zurückkehren zur Erde zu energieintensiv und riskant war. An eine Mondlandung war nun natürlich nicht mehr zu denken. Houston entschied, daß zwei der drei Astronauten in die Mondlandefähre überwechseln sollen, da es dort den dringend benötgten Sauerstoff gab, der eigentlich für die Mondlandung vorgesehen war. Die Besatzung aktivierte daraufhin die Landefähre in Rekordzeit. 
Da die ausgefallenen Brennstoffzellen auch das Trinkwasser für die Astronauten herstellten, wurde das Wasser rationiert. Dadurch konnten die dehydrierten Mahlzeiten der Astronauten nicht mehr verzehrt werden, da sie mit Wasser wieder vermengt werden mussten, um gegessen zu werden. Die Astronauten waren auf die wenigen wasserhaltigen Mahlzeiten an Bord abhängig. Sie nahmen während der Mission 14 kg ab.
Auch die Stromversorgung wurde auf ein Minimum reduziert. Das Kommandomodul wurde komplett abgeschaltet. Die Steuerung übernahm das Landemodul mit den vom Kommandomodul überspielten Steuerungsprogrammen.

Das CO2-Problem

Aber es ergab sich schon das nächste Problem. Das giftige Kohlendioxid, das die Astronauten ausatmeten, wurde nicht mehr abgesaugt. Die Kohlendioxid-Filter waren überlastet. Nach einiger Zeit würden Lovell, Swigert und Haise ersticken. Houston bastelte am Boden eine Lösung, wie man den Anschluß des Landemoduls zur Absaugung an den Anschluss des Lithiumhydroxidkanister im Kommandomodul koppeln konnte, und das mit den in Apollo 13 vorhandenen Bordmitteln. Houston gab dann die 'Bauanleitung' an Apollo 13 über Funk durch. Die Astronauten bauten den Schlauch nach, schlossen ihn an und hatten Erfolg! Das CO2 wurde wieder abgesaugt.

Zwar waren alle Apolloflüge bisher so ausgelegt, daß sie sich nach dem Start auf einer freien Rückkehrbahn befinden. Das heißt, wenn sie keine weiteren Kursmanöver unternehmen, kommen sie, nach einer halben Mondumkreisung wieder zurück zur Erde. Doch ausgerechnet bei Apollo 13 wurde wegen des Landegebiets keine freie Freiflugbahn eingeschlagen. Apollo 13 hatte vor der Explosion aber schon genau diese Kursänderung planmäßig vollzogen, um vom Mond eingefangen zu werden. Diese mußte nun mittels sogenannter PC+2 Zündung rückgängig gemacht werden. Das Problem war nun, daß man sich nicht sicher war, ob bei der Zündung des Triebwerks des Kommandomoduls nicht noch mehr kaputtging. Man entschied sich, das Abstiegstriebwerk des Landemoduls für die Kursänderung zu benutzen. Obwohl nicht dafür konstruiert, zündete das Landetriebwerk planmäßig und brachte das Raumschiff wieder auf eine freie Rückkehrbahn. 

weiter zum zweiten Teil

Apollo 13

Lost Moon

Der spannende Roman von Missionskommandant Jim Lovell beschreibt das Drama von Apollo 13.

SOS im All

Eine interessante Analyse aller Probleme und Katastrophen in der bemannten Raumfahrt. Angefangen bei Schwierigkeiten von Mercury und Wostok, über Apollo 1 bis zur Challenger-Katastrophe deckt dieses Buch viele Geheimnisse auf.

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