Startvorbereitungen Start ins Ungewisse Der Weg zum Mond Die Auserwählten
Einschuss in den Mondorbit Die Landung one small step ... Leben an Bord
Die Menschen dahinter Zurück auf der Erde Epilog
40 Jahre Mondlandung

Kapitel 8 - Leben an Bord

22. Juli 1969

Nach ihrer erfolgreichen Mondlandung starten die 3 Mondfahrer Armstrong, Aldrin und Collins zurück zur Erde. Mit einer dreiminütigen Brennphase des Haupttriebwerks verlässt Columbia die Mondumlaufbahn und fliegt in Richtung Erde. Die Reise dauert zwei Tage. Zwei Tage in denen Alltag für die Besatzung einkehrt - sofern man bei der Raumfahrt überhaupt von Alltag sprechen kann.


Eine Apollo-Mannschaft im engen Cockpit

Alltag im All

Die Druckkabine des Kommandomoduls ist der einzige Aufenthaltsort der drei Astronauten auf dem Weg zum Mond und zurück. Der mangelnde Raum lässt die Raumfahrer kaum Platz für Privatsphäre: Neben den drei Sitzen konnte man sich höchstens noch im Fußbereich aufhalten.
Überraschend war dagegen die Vielfalt an schmackhaften Menüs an Bord. Kaffee, Schinken und Kekse zum Frühstück, Hot Dogs oder Lachssalat zum Mittagessen, Spaghetti und Brownies zum Abendessen. Alle Lebensmittel kamen in kleinen wiederverschließbaren Plastiktüten oder in Dosen an Bord. Manche Verpflegung wie Fruchtsalat oder Suppen waren vorher dehydriert worden. Zum Verzehr mussten die Astronauten kaltes oder warmes Wasser beimengen, bevor sie die Mahlzeit löffeln konnten. Buzz Aldrins Lieblingsmahlzeit war übrigens der Krabbencocktail.


Essen erhielten die Astronauten aus Plastiktüten oder Dosen

Auf Kurs

Auf dem Weg zum oder vom Mond gab es an Bord nur wenig zu tun. Zu den wichtigen Tätigkeiten gehörten aber Kurskorrekturen. Anhand von Trägheits-Systemen und dem Bordcomputer konnte Houston ebenso wie die Astronauten exakt den aktuellen Kurs bestimmen. Bei Apollo 11 war Kommandomodul-Pilot Michael Collins für Navigation und Ausrichtung zuständig. Dazu navigierte er mittels Periskop nach den Sternen oder visierte markante Punkte auf der Erde oder dem Mond an. Nötigenfalls wurde das Raumschiff auf einen bestimmten Punkt ausgerichtet und mittels kurzen Schubstößen auf den korrekten Kurs gebracht. 15 Stunden nach dem Mondstart wird eine Kurskorrektur eingeleitet, die das Schiff in den richtigen Eintrittskorridor zur Erde steuert.
Dieser war überlebenswichtig: Apollo 11 musste den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre am 24. Juli exakt anvisieren.

Auch Astronauten müssen mal ...

Ein besonders komplexer Vorgang an Bord von Apollo ist überraschenderweise der Toilettengang. In der Schwerelosigkeit funktionieren natürlich die auf der Erde bekannten Wasserspülungen nicht. Deswegen erfand man das 'Waste Management System' (Abfall-Management-System).
Zum Urinieren gab es einen Schlauch mit einem Kondom-artigen Anschluss, den sich der Astronaut überstülpte. Am anderen Ende des Schlauchs öffnete er ein Ventil, das die Flüssigkeit direkt ins Vakuum des Alls saugte. Die Tröpfchen froren umgehend ein und bildeten Eiskristalle, die im Sonnenlicht glänzten.
Für 'größere Geschäfte' standen Plastikbeutel bereit. Mittels einer Handschuh-artigen Öffnung hielt man sich den Beutel an seinen Hintern. Dabei musste der Astronaut penibel darauf achten genau zu treffen - denn sonst gäbe es eine unangenehme Überraschung für alle an Bord. Nach dem 'Gechäft' musste man die eigenen Exkremente mit einem blauen Desinfektionsmittel vermengen. Manchen Astronauten war dieser Vorgang derart zuwider, dass sie den Stuhlgang möglichst vermieden. Bill Anders (Apollo 8) schaffte es in den 6 Missionstagen dank spezieller Diät sogar ohne Stuhlgang auszukommen.

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