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Zurück zum Mond

Die NASA will wieder zu unserem Erdtrabanten: Das neue Raumfahrtprogramm mit dem Namen Constellation löst das Space Shuttle ab. Zusammen mit Lockheed entwickelt die US-Weltraumagentur neue Trägerraketen und ein neues Raumschiff, das nicht nur zum Mond, sondern sogar bis zum Mars fliegen soll. Sein Name: Orion

Doch zuvor tritt Orion das Erbe von Apollo an: Bis 2014 ist der bemannte Erstflug, bis 2020 eine Mondlandung mit vier Astronauten geplant. Dabei ist das im Durchmesser fünf Meter messende Schiff vielseitig verwendbar und kann auch für Erdorbiteinsätze mit bis zu 6 Astronauten z. B. zur ISS genutzt werden.

Viele Parallelen zum Apollo-CSM tun sich hier auf: So wirkt das Design wie eine zu groß geratene Apollo-Kapsel mit zusätzlichen Solar-Panelen. Allerdings kann Orion zehnmal wiederverwendet werden - zumindest der bemannte Teil.

Der Orion-Auftrag beläuft sich für Lockheed vorläufig auf 3,9 Millarden Dollar. Folgeaufträge für weitere Raumschiffe und Equipment soll ein Budget von 3,5 Millarden Dollar nicht überschreiten.

Parallelen zu Apollo

Die Mondpläne ähneln erstaunlich dem Apollo-Projekt: So ist dafür auch ein eigener Lander vorgesehen. Auch der Missionsablauf gleicht diesem in vielen Belangen bis zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Der Unterschied liegt in der längeren Aufenthaltsdauer von 7 Tagen und die Tatsache, dass alle Astronauten auf dem Mond spazieren sollen. Orion verweilt unbemannt im Mondorbit und wird ferngesteuert.

Als Startrakete soll die künftige Ares 1 genutzt werden. Die erste Stufe besteht aus einem modifizierten Feststoffbooster des Space Shuttles. Die zweite Stufe ist ein J-2X-Triebwerk. Beim Namen J-2 klingelt's vielleicht bei Apollo-Experten: Dieses Triebwerk wurde schon für die zweite Stufe der Saturn V verwendet. Diese bringt aber nur die Orion selbst in den Orbit.

Die bis zu 130 Tonnen schwere Nutzlast wird durch eine eigene Rakete in den Orbit gebracht: Die 110 Meter hohe Ares V, deren fünf RS-68-Triebwerke sowie 2 vergrößerte Feststoffbooster des Space Shuttles. Die zweite Stufe verwendet die bereits angesprochenen J-2X-Triebwerke.

Der Ablauf einer Mondmission

Zunächst startet die Ares V mit dem Mondlander in den Erdorbit. Danach startet die Crew mit der Ares 1/Orion-Kombination, dockt an und startet gen Mond. Im Mondorbit klettern alle vier Astronauten in den Lander, docken ab und landen sanft auf der Mondoberfläche. Nach spätestens 7 Tagen kehren sie zur Orion zurück und starten zur Erde zurück. Vor dem Wiedereintritt wird der Serviceteil der Orion abgetrennt und das Hitzeschild freigelegt. Kurz vor der Landung sorgen Fallschirme für ein weiches Aufsetzen auf dem Land.

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Meinung

Ehrgeizig zeigt sich die NASA: Mit einem für Raumfahrtverhältnisse günstigen Raumschifflösung zum Mond und Mars - das klingt sehr verlockend und lässt Erinnerungen an vergangene Mondlandungen aufleben. Möglich wird das durch Recycling: Shuttle-Feststoffbooster, J-2-Triebwerke und altbewährte Konzepte finden hier ein Revival. Bleibt zu hoffen, dass sich die Kosten im Rahmen halten, damit das Projekt nicht durch einen künftigen kritisch eingestellten US-Präsidenten scheitert.
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